Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Klärschlamm

Abwasserbehandlung:

Beim Reinigen von Abwasser fällt Klärschlamm an. Dieser hat im Allgemeinen einen sehr hohen Wassergehalt und muss daher entsprechend behandelt werden; der Wasseranteil muss reduziert werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, von mechanischen bis hin zu thermischen Verfahren.

Klärschlammbehandlung

Bei der Abwasserreinigung entsteht zwangsweise Klärschlamm. Denn das Entfernen von Schmutzstoffen aus dem Abwasser ist Sinn der Abwasserreinigung. Klärschlamm fällt zunächst als "Rohschlamm" an und hat im Allgemeinen einen sehr hohen Wassergehalt mit entsprechend niedrigem Feststoffanteil. Für nahezu alle Verfahrensschritte der Schlammbehandlung ist daher im Hinblick auf die Investitions- und Betriebskosten eine Erhöhung der Feststoffkonzentration mit entsprechender Volumenverminderung erforderlich. Die Abhängigkeit zwischen Schlammvolumen und Feststoffanteil zeigt Abbildung "Volumenverminderung durch Abtrennen des Schlammwassers". In verschiedenen Verfahrensschritten wird der Schlamm auf der Kläranlage solange behandelt, bis er die für das Entsorgungsziel erforderliche Beschaffenheit aufweist.

Volumenverminderung durch Abtrennen des Schlammwassers (nach ATV-M 366) + Volumenverminderung durch Abtrennen des Schlammwassers (nach ATV-M 366)
Übersicht über Verfahrensschritte der Klärschlammbehandlung + Übersicht über Verfahrensschritte der Klärschlammbehandlung

Die Abbildung "Übersicht über Verfahrensschritte der Klärschlammbehandlung" zeigt beispielhaft eine Übersicht über die Anordnung notwendiger Verfahrensschritte, um die Verwertung im Landbau oder die Entsorgung auf Deponien erreichen zu können. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben ist seit dem Jahr 2005 nur noch die Deponierung von Asche nach Verbrennung des Klärschlamms zulässig. Aus Gründen des vorsorgenden Umwelt- und Verbraucherschutzes soll Klärschlamm zukünftig gemäß eines Beschlusses des Bayerischen Ministerrates nicht mehr in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau (Landbau) verwertet werden. Die entscheidenden Behandlungsmaßnahmen sind nach dem Eindicken des Rohschlamms die Stabilisierung, die Entwässerung und gegebenenfalls die Verbrennung des Klärschlamms. Durch Konditionieren als Vorstufe für einen wirkungsvollen Wasserentzug werden die Eindickfähigkeit bzw. die Entwässerbarkeit des Klärschlamms auf chemischen oder physikalischen Weg verbessert. Auf mechanischem Weg kann Klärschlamm bis auf maximal 45% Feststoffgehalt entwässert werden. Dafür stehen z.B. Filterpressen oder Zentrifugen zur Verfügung. Ein weitergehender Wasserentzug ist nur mit thermischer Energie möglich.

Voraussetzung für die Verwertung des Klärschlamms im Landbau ist dessen biologische Stabilisierung. Dies ist ein Behandlungsschritt, der nahezu auf allen Kläranlagen angewandt wird. Unter Stabilisierung versteht man in der Abwassertechnik das Überführen des Klärschlamms in einen "stabilen" Zustand. Dieser wird erreicht, indem die biologisch abbaubare Substanz des Klärschlamms durch mikrobielle Stoffwechselprozesse soweit reduziert wird, dass Geruchsemissionen und andere Beeinträchtigungen der Umwelt weitgehend ausgeschlossen sind.

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