Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Stoffeintrag

Nutzungen und Einflüsse:

Stoffe, die Gewässer belasten

Unsere Gewässer werden mit Stoffen belastet. Organische Stoffe können durch kommunale und gewerbliche Abwässer (z.B. aus Nahrungsmittelbetrieben) in die Gewässer gelangen. Schadstoffe können aus verschiedenen Quellen stammen, z. B. Siedlung, Industrie, Bergbau oder Landwirtschaft. Nährstoffe werden zu einem großen Teil aus landwirtschaftlichen Nutzflächen eingetragen. Sind die Stoffkonzentrationen im Gewässer zu hoch, so können sich die Lebensbedingungen im Gewässer verschlechtern. Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere werden auf verschiedene Arten geschädigt, was bis zum Fischsterben führen kann. Der gute ökologische bzw. chemische Zustand kann gefährdet werden.

Punktuelle Einträge

Während stoffliche Belastungen aus punktuellen Belastungsquellen - beispielsweise Abwasser aus Kläranlagen - meist eindeutig am "Einleitungs"punkt ins Gewässer erkennbar und relativ leicht messbar sind, ist die Bestimmung von Stoffeinträgen aus der Fläche, aus den sogenannten diffusen Quellen, in die Gewässer schwierig zu quantifizieren.

Diffuse Stoffeinträge

Der erste Blick auf das idyllische Tal mit kleinem Bachlauf kann trügerisch sein.

Bild von einem friedlich dahinplätschernden Bachlauf. + Hier ist die Welt noch in Ordnung - wirklich?

Diffuse Stoffeinträge (Stickstoffverbindungen, Phosphor, Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Krankheitskeime) aus unterschiedlichen Quellen können zum Beispiel das Wasser belasten.

Ein Traktor bearbeitet nahe an einem Gewässer ein Feld. + Eintragspfade für diffuse Belastungen in Oberflächengewässern

Nährstoffe, wie Phosphor und Stickstoff, stammen heute überwiegend aus der landwirtschaftlichen Produktion. Nährstoffüberschüsse bei zuviel Einsatz von Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist) und Mineraldünger belasten die Gewässer. Dünger zu ungünstigen Zeiten ausgebracht wird nur zu einem kleinen Teil aufgenommen. Der Rest versickert oder wird abgeschwemmt. Ackerbau mit Reihenkulturen wie Gemüse, Mais, Zuckerrüben, Wein, die den Boden nur wenig bedecken, trägt zum Boden- bzw. Nährstoffeintrag in die Gewässer bei.
Ein starkes Wachstum von Algen im Gewässer ist die Folge. Andere Arten werden dadurch verdrängt, das ökologische Gleichgewicht gestört, der bakterielle Abbau abgestorbener Pflanzen führt zu Sauerstoffmangel.

Besonders empfindlich reagieren die Seen auf Einträge von Phosphor und Stickstoff. Bereits geringe Mengen dieser Nährstoffe, die für Fließgewässer noch unbedeutend sind, können übermäßiges Pflanzenwachstum bis hin zum "Umkippen" eines Sees bewirken.

Andere diffus eingetragene Stoffe wie Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, organische Schadstoffe und Tierarzneimittel können giftig sein, hormonähnliche oder erbgutschädigende Wirkung haben. Die Quellen für diese Stoffe sind nicht nur bei der Landwirtschaft und der Industrie zu suchen. Ein Teil stammt aus deren Einsatz im privaten Haus- und Gartenbereich. Säurebildende Luftschadstoffe, insbesondere Schwefel- und Stickoxide, entstehen durch Verbrennungsprozesse. Sie gelangen mit dem Regen-, Schmelz- oder Sickerwasser in die oberirdischen Gewässer und können Versauerung der Gewässer verursachen.

Bakterien und Kankheitskeime

Sowohl aus punktuellen wie auch aus diffusen Quellen gelangen Bakterien und Krankheitskeime in die Fließgewässer. Punktuelle Belastungen stammen hauptsächlich aus Abwassereinleitungen, diffuse Belastungen entstehen durch Abschwemmung von Wirtschaftsdünger in Hanglagen und auf wassergesättigten Böden oder auf gedränten Flächen.

Signifikante Belastungen - Wasserrahmenrichtlinie

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) beschäftigt sich mit der Belastung der Gewässer und deren Ursachen, die den guten Zustand der Gewässer beeinträchtigen oder verhindern können. Besonders von Interesse sind Belastungen durch gewässermorphologische Veränderungen an Gewässern, durch Einträge von Stoffen aus Abwassereinleitungen, Niederschlägen, Abschwemmung oder Versickerung von Verkehrsflächen und landwirtschaftlichen Intensivgebieten. Auch Wasserentnahmen und Abflussregulierungen werden berücksichtigt. In den nächsten Jahren werden Maßnahmenprogramme erarbeitet. Ein Schwerpunkt wird die Reduzierung der diffusen Belastungen (Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel) aus der landwirtschaftlichen Produktion darstellen, weshalb gemeinsam mit der Landwirtschaftsverwaltung Maßnahmen zusammengestellt werden, die eine gewässerschonende Landbewirtschaftung ermöglichen.

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