Hochwasserschutz Bad Abbach
Einweihung Hochwasserschutz Bad Abbach - Deichsanierung und -erhöhung
Neuanlage eines Seitenarmes der Donau
Am 10. Oktober 2011 fand im Beisein von Umweltminister Dr. Markus Söder die Einweihung des Hochwasserschutzes Bad Abbach statt. Entlang der Bundesstraße 16 wurde der Deich auf einer Länge von 2000 Meter saniert, aufgehöht und mit einer Innendichtung versehen. Der Vorlandgraben wurde renaturiert und der Uferbereich der Donau naturnah gestaltet. Zudem wurde ein barrierefreier Zugang vom Kurpark zum Donauvorland gestaltet.
Die Kosten beliefen sich auf ca. 2, 4 Mio € und werden von der Europäischen Union kofinanziert.
Bei diesem Termin wurde auch der Startschuss für ein Pilotprojekt an der Kläranlage Bad Abbach gegeben. Herr Staatsminister Dr. Markus Söder überreichte hierbei eine Urkunde an den Bürgermeister.

Bürgermeister Ludwig Wachs und Umweltminister Dr. Markus Söder beim Setzen eines Dammbalkenverschlusses beim Durchgang vom Donauvorland ins Zentrum von Bad Abbach

wegen des schlechten Wetters fand die kirchliche Weihe durch die Geistlichen Pfarrer Franz Schmidbauer und Pfarrer Frank König im Kursaal statt
Deicherhöhung und -sanierung
Bad Abbach ist durch einen vor ca. 80 Jahren erstellten Deich vor Donauhochwasser geschützt. Im Laufe der Zeit wurden die Hochwasserschutzanlagen immer wieder erhöht und angepasst. Die derzeitige Ausbauhöhe bietet einen Schutz bis maximal ca. 80-jährliches Hochwasser und genügt somit nicht dem Bayern weit üblichen Standard von HW100 zuzüglich Freibord. Um diesen Standard zu erreichen, ist der Deich zu erhöhen. Zudem fehlt eine durchgehende Deichdichtung und die steilen Böschungen (< 1:2 vor allem im Abschnitt der Schöpfwerkausleitungen) erschweren den Unterhalt.

Bad Abbach im Jahr 1960, Quelle: Johannes Hobmayer
Im Jahr 1999 trat das letzte sehr große Hochwasserereignis auf und ließ diese Mängel sichtbar werden. Das Wasser reichte teilweise bis knapp unter die Deichkrone.

Bad Abbach im Jahr 1999, Quelle: Klaus Leidorf
Bad Abbach liegt am Ende eines Abflusstales. Hier fließen mehrere Bäche, die das Hinterland zur Donau hin entwässern und die im bebauten Stadtbereich vorwiegend verrohrt und kanalisiert worden sind. Diese Bäche werden bei Donauhochwasser rückgestaut und sind deshalb im Bereich der Deichkreuzungen und im anschließenden tiefliegenden Stadtgebiet als Druckleitungen ausgebildet worden. Die hochliegenden Ortsteile von Bad Abbach sind über Regenüberläufe (Entwässerung vorwiegend im Mischsystem) an diese Stadtbäche angeschlossen. Die Entwässerung des tiefliegenden Marktgebietes bei Donauhochwasser und Binnenregen übernehmen zwei Schöpfwerke.

Luftbild Bad Abbach 2011, Quelle Klaus Leidorf
Beschreibung der Baumaßnahme
Die vorliegende Baumaßnahme entlang der B16 umfasste im Wesentlichen:
- ca. 2000 m Deichsanierung und -erhöhung mit Neubau eines wasserseitigen Vorlandweges
- Schaffung eines befahrbaren Deichkronenweges und Abflachung der Deichböschungen (ca. 1:3)
- Einbau einer Deichaußendichtung mit Einbindung in die Auelehmschicht (Dichtsporn)
- Verlegung sowie Renaturierung des Vorlandgrabens (Abbacher Mühlbach)
- Naturnahe Umgestaltung eines ca. 200m langen Uferabschnittes der Donau als ökologische Ausgleichsmaßnahme
- Umverlegung und Neubau der bestehenden Bootseinlegestelle zur Nutzung durch die örtliche Feuerwehr, Wasserwacht und DLRG
- zudem umfangreiche Vorarbeiten (Rodungs-/ Oberbodenarbeiten)
- außerdem wird die Anbindung des Kurparks zum Donauvorland über einen Durchgang barrierefrei gestaltet
Die Maßnahmen wurden im Frühjahr 2011 abgeschlossen.

Lageplan Gesamtmaßnahme
Neuanlage eines Seitenarmes an der Donau
Die Donau bei Bad Abbach gilt als stark verändertes Oberflächenfließgewässer. Die Ursachen dafür sind der begradigte, auf einen hauptarm reduzierte Verlauf, der massive Uferverbau aus Blocksteinwurf und die veränderte Wasser- und Geschiebeführung bzw. Abflussdynamik durch den parallel verlaufenden Schleusenkanal (Staustufe Bad Abbach). An der Donau ist deshalb die Anlage eines naturnahen Seitenarms auf ca. 400 m Länge geplant. Gleichzeitig soll die Gewässerbettstruktur der Donau mit Kiesbänken und Kurzbuhnen aufgewerte werden. Der Uferweg wird dabei zurückverlegt.
Wasserrechtliches Genehmigungsverfahren
Nach Ausplanung der Baumaßnahmen und intensiver Diskussion der erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen mit der Verwaltung der Marktgemeinde, Marktgemeinderat und Teilen der Bevölkerung, konnte vom Landratsamt Kehlheim im Mai 2007 schließlich der Wasserrechtsbescheid erlassen werden.
Bauausführung
November 2009
Die Bauarbeiten begannen bereits im November 2009 mit den vorbereitenden Gehölz- und Rohdungsarbeiten, welche das Baufeld für die weiteren Bauarbeiten freimachte. Diese wurden von der Fa. Mederer aus Berching ausgeführt. Hauptsächlich war der Uferbereich der Donau betroffen, da dort der Uferrückbau stattfindet. Dadurch wird auch die Zugänglichkeit, Erlebbarkeit und Aufenthaltsqualität an der Donau aufgebessert. Anstelle des massiv mit Wasserbausteinen befestigten Steilufers der Donau entstehen naturnahe flache Kiesuferzonen, als wertvolle Strukturen, für die flußbegleitende Tier- und Pflanzenwelt.März 2010
Im Vorfeld der Erdarbeiten wurde eine Kampfmittelräumung durchgeführt. Es wurde verschiedentlich Munition gefunden (ca. 500kg; Patronenhülsen usw.).

angezeigte Ausschläge des Detektors
August 2010
Am 12.08.2010 fand der Spatenstich für das anstehende Hochwasserschutzprojekt in Bad Abbach an der Fußgängerbrücke (Oberndorfer Straße) statt. Die anwesenden Gäste wurde von Hr. Eichner vom Wasserwirtschaftsamt Landshut begrüßt und die Maßnahme vorgestellt. Auch Landrat Dr. Hubert Faltermeier sowie der 1. Bürgermeister des Marktes Bad Abbach Hr. Ludwig Wachs fanden passende Worte zum bevorstehenden Baubeginn. Die Bauarbeiten werden von der Fa. Fahrner/Barbing ausgeführt.

Spatenstich 1
Zum reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme werden zwei Aus-/Einfahrten von der Bundesstraße in die Baustelle angelegt, die nach der erteilten verkehrsrechtlichen Erlaubnis beschildert werden (Tempoeinschränkungen und zum Teil Ampelverkehr).

Zufahrt Nord
Desweiteren wurde begonnen, den alten Entwässerungsgraben zu räumen und aufzufüllen, da hier zukünftig die Deichaufstandsfläche und der Vorlandweg verläuft.

Grabenverfüllung
In diesem Zuge wurde der neue naturnah gestaltete Graben ausgehoben. Dieser wurde vom alten Deichfuß weiter in das Vorland verlegt und bietet ein wunderschönes natürliches Bild für Erholungssuchende.

neuer Verlauf des Entwässerungsgrabens
Die Deichaufstandsfläche sowie der Unterbau des Vorlandweges wurden erstellt.

Unterbau mit seitlich gelagertem Oberbodenabtrag
Vor dem erneuten Oberbodenauftrag der Dammböschungen, wurde das Dammschüttmaterial lagenweise aufgetragen und verdichtet.

Erstellter Deichkörper vor Dichtungseinbau
Die einzubauenden Bentonit Dichtungsmatten werden ausgelegt und in den Auelehm eingebunden.

Dichtbahnen mit Dichtsporn als Anschluss an die dichten Vorlandschichten
Anschließend werden diese mit Oberboden überfüllt, als Schutz vor Austrocknung, Wühltieren, mechanischen Belastungen und Witterungseinflüssen.

Überfüllung der Betonitmatten und Unterbau des Deichkronenweges im Bereich des Stadtdurchganges
Kosten und Finanzierung
Die im Zuge der Verbesserung des Hochwasserschutzes von Bad Abbach durchzuführenden Maßnahmen fallen in die Prioritätsachse 4 “Risikovorsorge und Ressourcenschutz“ des Programmdokumentes EFRE, Ziel RWB Bayern 2007 – 2013. Die Maßnahme wird aufgrund Ihrer Bedeutung für Siedlung, die Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sowie den Kur- und Thermenbereich von der Europäischen Union kofinanziert.
Der Markt Bad Abbach beteiligt sich anteilig an der Maßnahme.
Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 2,2 Mio. € (mit Grunderwerb und Nebenleistungen).


