Hochwasserschutz Kloster Weltenburg
Hochwasser Juni 2010
Aufgrund des Hochwassers im Juni 2010 wurde im Kloster Weltenburg der mobile Hochwasserschutz des Wasserwirtschaftsamtes Landshut durch die Feuerwehr Kelheim aufgebaut.Anlass
Pfingsthochwasser 1999
Beim Pfingsthochwasser 1999, mit einem Pegelstand von 796 cm in Kelheim, dies entspricht in etwa einem HW 100, wurden das Kloster, die Asamkirche, die Konventgebäude, die Klosterwirtschaft und die Brauerei überschwemmt und schwer geschädigt.
Der Schaden wurde auf 1,5 Mio Euro beziffert. In der kunsthistorisch einmaligen Asamkirche stand das Wasser rund einen halben Meter hoch und im Konventgebäude sowie im Gastronomietrakt floss das Wasser über die Fensterbrüstungen in die Räume im Erdgeschoss.
Pfingsthochwasser 1999: Überfluteter Innenhof, höchster Wasserstand ca. 0,5 m höher
An dieser Stelle haben wir ein Video im Flash-Video-Format (.flv) eingebunden. Um diesen Inhalt betrachten zu können, benötigen Sie eine aktuelle Version des Adobe Flash Player.
Falls Sie keine Installationsrechte auf Ihrem Rechner besitzen, wenden Sie sich bitte an Ihren System-Admistrator.
Here we have ambedded a video in Flash-Viedeo-Format (.flv). You need a new version of Adobe Flash Player to view the content of this site.
If you do not have the required rights to install on your computer, please contact your system administrator.
Textversion zum Video (PDF-Datei, 20 KB)
englische Textversion zum Video (PDF-Datei, 17 KB)
Planungsschritte, Ausführung
- weiteres Hochwasser August 2002
- Auftrag der Regierung von Niederbayern im Oktober 2002 zur Durchführung von Voruntersuchungen
- Finanzierungsverhandlungen
- Erstellung eines 3D- Grundwassermodells
- Abschluss der Finanzierungsvereinbarung Ende Mai 2005
- Erneutes Hochwasser August 2005
- Baubeginn im Januar 2006
- Fertigstellung August 2006
Feuerwehreinsatz beim Augusthochwasser 2005 mit enormen logistischem Aufwand
Schwerpunkte der Baumaßnahme
- Untergrundabdichtung
- Entwässerungsmaßnahmen im Innenhof
- Entwässerungsmaßnahmen auf dem Frauenberg
- sonstige Sparten
- Dammbalkenverschlüsse
- Fenster- und Türverschlüsse
- Teilabriss Wirtschaftsgebäude
- Neubau Hochwasserschutzmauer
- statische Ertüchtigung im Angestelltenhaus
- Bauliche Maßnahmen im Klostergarten
Untergrundabdichtung
Um das Kloster zukünftig vor großen Donauhochwässern zu schützen wurde der Gebäudekomplex mit einer 400 m langen Dichtwand umfahren werden, die ca. 0,5 m in das durch den Malm gebildete Tiefgestein einbindet.
Übersicht Klosteranlage: Der gesamte Gebäudekomplex wurde mit einer Dichtwand umschlossen
Einbringen der Dichtwand im HDI-Verfahren
Es wurde ein Dichtverfahren mit Hochdruckinjektionen (HDI) gewählt. Es wird ein Wasserzementgemisch unter Hochdruck (bis 400 bar) in den Untergrund gepresst, dabei entsteht eine mit dem anstehenden Boden, vermengte durchgehende säulenförmige Wand.
Systemskizze - HDI-Wand
Ausgeführt wurden überschnittene Säulen mit einem Durchmesser von etwa 1,80 m bei einem Achsabstand von 1,50 m. Die Wandstärke im Überschneidungsbereich muss dabei mindestens 60 cm aufweisen.
Mobile Tore, Fenster- und Türverschlüsse
Aufgrund der statisch günstigen Bedingungen der Umfassungsmauern der Abtei wurde das Mauerwerk in den oberirdischen HW- Schutz integriert. Die Torzufahrten zur Abtei im Norden und Westen werden mit mobilen Dammbalkenverschlüssen von bis zu 4 m Höhe und 23 m Breite gesichert. Die Öffnungen (Fenster, Türen) werden ebenfalls mit mobilen Verschlüssen gesichert.
Es handelt sich dabei um ca. 55 Fenster- verschlüsse und 10 Kellerfenster die teils vollflächig, teils halbflächig an den vorhandenen Fenstergittern fixiert werden und über eine umlaufende Gummidichtung an das Gemäuer gepresst werden. Insbesonders waren hier die Anforderungen des Denkmalschutzes von Bedeutung.
Fensterverschlüsse, am Fenstergitter fixiert
Probeaufbau des Dammbalkenverschlusses am Nordtor durch die freiwillige Feuerwehr Kehlheim
Binnenentwässerung zweigeteilt
Niederschlagswasser
Die binnenseitige Entwässerung musste vollkommen neu geordnet werden, so daß bei Hochwasser das Niederschlagswasser von einem Sammelschacht aus mit mobilen Pumpen abgepumpt werden kann.
Sammelschacht vor dem Nordtor mit Möglichkeit der Abschieberung; für den Hochwasserfall werden hier Pumpen eingesetzt
Sammelschacht vor dem NordtorGrundwasser
Um langfristig Nachteile im abgedichteten Bereich auf den Grundwasserkörper und somit auf den Brauereibrunnen auszuschließen, wurde im Rahmen des Grundwassermodells ein “Fenster” in der Abdichtung dimensioniert. Der Grundwasserspiegel im Klosterinnenbereich wird mittels eines 6 m tiefen Brunnens mit einer fest installierten Pumpe reguliert.
Finanzierung
Das Kloster Weltenburg liegt in der Gebietskulisse des Phasing- Out- Programms.
Die Maßnahme wird aufgrund ihrer Bedeutung für Gewerbe und Tourismus von der Europäischen Union kofinanziert.
Die Abtei Weltenburg und die Stadt Kelheim beteiligten sich anteilsmäßig an der Maßnahme.
Geschätzte Baukosten: 2,2 Millionen Euro
Einweihung
Die Einweihung der Hochwasserschutzanlage erfolgte am 12. Oktober 2006 unter Beisein von Herrn Staatsminister Dr. Werner Schnappauf.
Einweihung der Hochwasserschutzanlagen am 12.10.2006: Abt Thomas Freihart (OSB), Staatsminister Dr. Werner Schnappauf und Landrat Dr. Hubert Faltermeier legen beim Aufbau der Dammbalken Hand an


