Flusserlebnis Isar - der Name ist Programm!

Imagefilm Life Natur-Projekt Flusserlebnis Isar

Link extern: YouTube - Isar neu erleben



Johannes Schmuker, Behördenleiter WWA Landshut: Naturschutzverwaltung und Wasserwirtschaftsverwaltung wollen hier beim LIFE-Natur-Projekt Flusserlebnis Isar gemeinsam der Natur, den Auen, dem Fluss und allem was im und am Fluss und seinen Auen lebt, eine Chance geben. Das ursprüngliche Gesicht der Isar soll wieder erkennbar sein. Die Menschen sollen die Isar wieder erleben, wieder spüren können und so auch die Isar und ihre Auen schätzen lernen. Für alle Seiten soll so die Umgestaltung ein Gewinn sein.
Heinrich Trapp, Landrat des Landkreises Dingolfing-Landau: Die Isar ist ein prägendes Element unseres Landschaftsbildes. In vorgeschichtlicher Zeit nutzten die Menschen den Fluss als Handelsweg, später gewann er durch seine Wasserkraft zunehmend an Bedeutung für die Stromerzeugung. Auch als Naherholungsgebiet und als Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen wissen wir Menschen den Fluss heute sehr zu schätzen. Deshalb unterstützt der Landkreis Dingolfing-Landau als Projektpartner sehr gerne die Renaturierung der Isar zwischen Loiching und Ettling. Es wird eine lebendige Flusslandschaft entstehen, die an frühere Zeiten erinnert. Tiere und Pflanzen erhalten ursprüngliche Lebensräume zurück, gleichzeitig werden Rückzugsorte für erholungssuchende Menschen geschaffen – ein großer Gewinn für Mensch und Natur.
Dr. Helmut Steininger, 1. Bürgermeister Landau a.d.Isar: Wir Landauer lieben unsere Isar und sind schon voller Vorfreude auf das LIFE Natur-Projekt. Auf der kurzen Teststrecke oberhalb von Landau können die Menschen schon seit geraumer Zeit erleben, wie sich eine renaturierte Isar mit Kiesbänken anfühlt. Sie sind begeistert, sie sitzen entspannt am Ufer und genießen das Bad im kühlen Wasser der Isar. Das ist Lebensqualität. Auch ich selbst habe immer den Zugang zum Fluss vermisst.
Josef Pellkofer, 1. Bürgermeister Dingolfing: Pure Lebensqualität mitten in der Stadt: Den Fuß ins Wasser halten, baden oder einfach nur am Wasserrand sitzen und die Natur genießen –  es freut mich, dass das künftig auch in Dingolfing an der Isar möglich sein wird. Manche kennen es wahrscheinlich aus München, wo die Isarrenaturierung schon länger umgesetzt ist und sehr gut angenommen wird. Auch bei uns wird das Leben bald an den Fluss geholt und das Wasser erlebbar gemacht. Statt unüberbrückbarer Dämme und Steine wird es flache Kiesbänke geben, so kann man das Wasser auch spüren und nicht nur von Weitem betrachten, wie bisher. Die Natur kann sich entfalten, der Mensch kann sich erholen – also auf zu neuen (Isar-) Ufern!

Die Isar - kaum ein Fluss ist so eng mit der bayerischen Geschichte und Tradition verbunden. Trotz ihres Tiroler Ursprungs ist und bleibt sie der Fluss der Bayern.

Die Isar galt seit jeher als "reißend", wild und gefährlich. Kein Wunder – konnten doch die Hochwässer schnell und unerwartet Leid und Verwüstung über die Bevölkerung bringen. Von der ungebändigten Kraft des Alpenflusses zeugte einst ihr weit verzweigter Lauf, ihre ausgedehnten Schotterbänke und Kiesufer.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die untere Isar daher vor allem zum Schutz vor Hochwasser, aber auch zur Land- und Energiegewinnung befestigt, begradigt, eingedämmt und letztlich in eine Kette von Stauseen umgewandelt. Sieben Staustufen und Wehre unterbrechen heute den Flusslauf zwischen Landshut und Deggendorf. Dadurch ist der Fluss weder für Kies und Geröll noch für Fische und andere Organismen passierbar. Außerdem sind die Ufer fast durchgehend mit Blocksteinen verbaut und für die Bevölkerung kaum zugänglich.

Fließen kann die untere Isar heute nur noch unmittelbar unterhalb der Staustufen. Die früher so typischen Kiesufer und –inseln, Nebenarme, Uferanbrüche und Auegewässer sind verschwunden oder vergreist, viele Tier- und Pflanzenarten selten geworden oder ganz verschwunden. Der Fluss ist nicht mehr die Lebensader der Landschaft, sondern Fremdkörper und Barriere.

Das soll sich jetzt wieder ändern. Mit dem von EU geförderten LIFE-Projekt wollen das Wasserwirtschaftsamt Landshut und die Regierung von Niederbayern als Höhere Naturschutzbehörde - zusammen mit zahlreichen Partnern und Unterstützern aus der Region - die Isar wieder naturnäher gestalten. Die Isar wieder mit allen Sinnen spüren und erleben können und gleichzeitig der Natur ein Stück lebendige Flusslandschaft zurückgeben – das ist unser Ziel!

Stichwort "LIFE-Natur": Mit dem seit 1992 bestehenden Förderprogramm LIFE-Natur unterstützt die EU Maßnahmen zum Schutz der Natur. Das Programm hat vor allem die Aufgabe, die Umsetzung der Vogelschutz- und Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) voranzubringen und die Errichtung des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" zu unterstützen. Es dient damit in erster Linie der Umsetzung von konkreten Naturschutzmaßnahmen in Fauna-Flora-Habitat- (kurz: FFH-) und EU-Vogelschutzgebieten.